Treffen zwischen der KPL und dem Betriebsausschuss der Brauerei Diekirch
Bierproduktion und Arbeitsplätze in Diekirch müssen erhalten bleiben!
Am 18. Februar 2010 traf eine Delegation der Kommunistischen Partei Luxemburgs mit dem Betriebsausschuss der Brauerei Diekirch zusammen.
Dem Treffen wohnte OGBL-Verhandlungssekretär Romain Daubenfeld bei, der einen Rückblick auf die Ereignisse der vergangen Monate gab und die Bemühungen der Ge¬werkschaft hervorstrich, die sozialen Interessen der Beschäftigten, von denen 63 entlassen werden sollen, zu verteidigen.
Er bekräftigte, dass bisher bereits zehn Zusammenkünfte mit der Patronatsseite stattfanden, dass Verhandlungen über einen Sozialplan aber erst aufgenommen werden sollen, wenn die Patronatsseite die Bilanz von 2009 auf den Tisch legt. Bekanntlich hatte die Brauerei, die im Besitz des brasilianisch-bel¬gischen Konzerns Anheuser-Busch InBev ist, im Jahr 2008 einen Nettoprofit von 5 Millionen Euro gemacht, und es ist davon auszugehen, dass der Profit für 2009 noch höher ausfällt. 2009 kassierten die Aktionäre von InBev 780 Millionen Euro, 2010 sollen es 1,9 Milliarden Euro sein.
Der Gewerkschaftssekretär betonte, dass die Produktivität in Diekirch sehr hoch ist, und dass es, ausgehend von den ausgezeichneten Resultaten des Betriebs, keinen Grund gibt, die Bierproduktion nach Belgien zu verlegen und die Brauerei zu schließen. Allerdings muss davon ausgegangen werden, dass es dem InBev-Konzern im Falle der Brauerei Diekirch darum geht, das wertvolle Gelände zu klingender Münze zu machen, um die aufgehäuften Schulden abzutragen. Der Gewerkschaftssekretär bedauerte zudem, dass die Gesetze so ausgelegt sind, dass sie dem gewerkschaftlichen Kampf Fes¬seln anlegen.
Die Delegation der Brauereiarbeiter zeigte sich zudem tief enttäuscht über die Politik, da bisher weder seitens der Regierung noch des Parlaments konkrete Initiativen ausgingen, um die traditionsreiche Brauerei und die Arbeitsplätze zu retten.
Im Namen der Kommunistischen Partei bekräftigte KPL-Präsident Ali Ruckert noch einmal die Solidarität der Kommunisten mit den Beschäftigten der Brauerei Diekirch. Er wies darauf hin, dass das Kapital keine Rücksichten auf die Schaffenden nimmt, wenn es darum geht, im Interesse der Aktionäre Maximalprofite zu erzielen. Die Brauerei Diekirch sei ein gutes, aber nicht das einzige Beispiel dafür, wie rücksichtslos das Patronat inzwischen vorgeht. Mit »Sozialpartnerschaft« sei dem nicht beizukommen.
Für eine Verstaatlichung der Brauerei
Der KPL-Präsident erläuterte den Gewerkschaftern noch einmal die kommunistischen Vorschläge, die darauf abzielen, die Bierproduktion und die Arbeitsplätze in Diekirch zu erhalten. Einerseits schlagen die Kommunisten vor, eine Prozedur anlaufen zu lassen, um die Brauereianlagen unter Denkmalschutz zu stellen, andererseits fordern sie eine Verstaatlichung der Brauerei.
Wenn alle Stricke reißen, sei es erfordert, über den Rand des Kapitalismus hinauszuschauen, neue Wege zu gehen und die bisherigen Besitzer, die den Braustandort und die Arbeitsplätze kaputtmachen wollen, zu enteignen.
Im Gegensatz zu den zwei Banken, die der Staat vor dem Konkurs rettete, handelt es sich bei der Brauerei immerhin um einen Betrieb, der hohen Gewinn abwirft. Und die leitenden Angestellten und Brauarbeiter seien auch ohne Privataktionäre in der Lage, den Betrieb weiterzuführen. Der Staat, die Regierung und das Parlament seinen in der Verantwortung, erklärte die KPL.
Die gewerkschaftlichen Vertreter der Brauereiarbeiter und die KPL waren sich einig, dass es immer dringender wird, über alle gewerkschaftlichen und politischen Grenzen hinweg die Arbeitsplätze und sozialen Errungenschaften der Schaffenden zu verteidigen. Mehr denn je zählt jetzt solidarisches Handeln!
Mitgeteilt von der KPL
Esch/Alzette, den 19. Februar 2010










