Solidarität zum Internationalen Frauentag


Erstmals wurde der Internationale Frauentag im Jahre 1910 auf Vorschlag von Clara Zetkin (später Mitbegründerin der Kommunistischen Partei Deutschlands) von sozialdemokratischen Frauen proklamiert. Seither und bis heute nehmen kommunistische Parteien und Frauenorganisationen in der ganzen Welt den Tag zum Anlass, um verstärkt auf die Unterdrückung und Diskriminierung der Frauen aufmerksam zu machen und grundlegende gesellschaftliche Veränderungen als Voraussetzung für die wirkliche Gleichberechtigung und die soziale Befreiung der Frau zu fordern.

»Die Sozialisten müssen wissen, dass auf der ökonomischen Abhängigkeit oder Unabhängigkeit die soziale Sklave­rei oder Freiheit beruht. Diejenigen, welche auf ihr Banner die Befreiung alles dessen, was Menschenantlitz trägt, geschrieben haben, dürfen nicht eine ganze Hälfte des Menschengeschlechtes durch wirtschaftliche Abhängigkeit zu politischer und sozialer Sklaverei verurteilen. Wie der Arbeiter vom Kapitalisten unterjocht wird, so die Frau vom Manne; und sie wird unterjocht bleiben, so lange sie nicht wirtschaftlich unabhängig dasteht. Die unerlässliche Bedingung für ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit ist die Arbeit«, schrieb Clara Zetkin 1889 – eine Erkenntnis, die bis heute ihre Gültigkeit hat.

Der Einsatz für die Befreiung der Frau hat bis heute nichts an Aktualität eingebüßt, und wenn im Laufe der Jahre eine Reihe von Fortschritten in Richtung Gleichberechtigung der Frauen erkämpft werden konnten, so bleiben, insbesondere für Frauen aus der Arbeiterschaft und lohnabhängige Frauen, zahllose Diskriminierungen bestehen: Doppel- und Dreifachbelastung durch Erwerbstätigkeit, Haushalt und Kindererziehung, ungenügende und zu teure Kinderkrippen und Kindertagesstätten, geringe Bildungs-, Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten, gesellschaftliche Ausgrenzung, niedrige Löhne und infolge dessen niedrige Renten zeugen davon.

Die Kommunisten halten deshalb an diesem 8. März darauf, ihre Solidarität mit den Frauen und Frauenorganisationen, die aktiv für sozialen Fortschritt, Emanzipation und gesellschaftliche Veränderungen eintreten, zu bekräftigen. Wobei es in erster Linie darauf ankommt, dass Frauen und Männer im Kampf für die Emanzipation der Frau und für gesellschaftlichen und sozialen Fortschritt solidarisch handeln. Denn eine wirkliche Lösung der Frauenfrage ist nur möglich, wenn die materiellen und die sich daraus ergebenden sozialen Wurzeln der Ungleichheit beseitigt werden.

Ali Ruckert